Zwei anonymisierte Beispiele, wie sachverständige Analyse aus Vermutungen belastbare Fakten macht.
Ein Industriebetrieb hatte immer wieder mit Wasser in der Druckluft zu kämpfen. Die Folgen waren ungeplante Produktionsausfälle, Qualitätsprobleme und erheblicher Aufwand bei der Fehlersuche.
Besonders problematisch war, dass die Störungen nicht dauerhaft auftraten, sondern scheinbar zufällig. Teilweise lief die Anlage über Wochen problemlos, bevor erneut Wasser an einzelnen Verbrauchern festgestellt wurde.
Mehrere technische Maßnahmen hatten bereits stattgefunden. Trotzdem kehrten die Probleme immer wieder zurück. Die tatsächliche Ursache war unklar. Daraufhin wurde Roland Rau Air-Expert GmbH mit der unabhängigen Ursachenanalyse und technischen Bewertung der Druckluftversorgung beauftragt.
Zur Ursachenfeststellung wurde die gesamte Druckluftversorgung technisch untersucht und bewertet. Die Begutachtung umfasste unter anderem:
Dabei zeigte sich, dass ein Kältetrockner während der Wintermonate über einen längeren Zeitraum außer Betrieb gewesen war. Da kalte Außenluft nur geringe Feuchtigkeitsmengen enthält, blieb der Ausfall zunächst unbemerkt. Unter bestimmten Betriebsbedingungen änderte sich die Situation jedoch deutlich.
Schwankende Ansaugbedingungen führten zu unterschiedlichen Feuchtigkeitsmengen in der Druckluft. Beim morgendlichen Befüllen eines drucklosen Rohrnetzes wurde der Trockner zeitweise überlastet. Gleichzeitig kam es durch die Nachverdichtung der Luft im Rohrnetz zu zusätzlichem Kondensatausfall. Das entstandene Wasser sammelte sich über längere Zeiträume an Tiefpunkten und ungünstigen Stellen innerhalb des Rohrleitungssystems.
Besonders tückisch: Das Wasser trat nicht unmittelbar an der Entstehungsstelle aus, sondern wurde durch Strömungsänderungen und Verwirbelungen zeitversetzt in Richtung der Verbraucher transportiert. Dadurch entstanden Störungen und Produktionsausfälle, obwohl der ursprüngliche Schaden bereits behoben war.
Die gutachterliche Untersuchung zeigte, dass die wiederkehrenden Produktionsstörungen nicht auf einen aktuellen Defekt zurückzuführen waren. Vielmehr konnten die Probleme auf den früheren Betrieb der Anlage ohne funktionsfähige Drucklufttrocknung sowie auf betriebsbedingte Kondensatausfälle beim Anfahren der Anlage zurückgeführt werden.
Durch die sachverständige Analyse konnten die tatsächlichen Ursachen nachvollziehbar dokumentiert und von anderen möglichen Fehlerquellen abgegrenzt werden. Die Untersuchung lieferte damit die Grundlage für gezielte technische Maßnahmen und die nachhaltige Beseitigung der Störungen.
Wasser in der Druckluft entsteht häufig nicht dort, wo es später sichtbar wird. Und die eigentliche Ursache liegt oft Wochen oder Monate zurück. Genau deshalb reicht es nicht aus, nur einzelne Komponenten zu betrachten. Erst die ganzheitliche Analyse von Kompressor, Druckluftaufbereitung, Rohrnetz und Betriebsweise ermöglicht eine belastbare Ursachenfeststellung.
„So werden aus Vermutungen belastbare Fakten.“
In einem Industriebetrieb kam es zum Versagen einer Hauptdruckluftleitung DN150. Die Leitung löste sich im laufenden Betrieb aus einer Verbindung. Die Folge waren erhebliche Sachschäden sowie ein ungeplanter Produktionsstillstand. Da die Ursachen nicht eindeutig geklärt werden konnten, wurde ein unabhängiger Sachverständiger mit der Untersuchung beauftragt.
Im Rahmen der Begutachtung wurden unter anderem folgende Punkte untersucht:
Zusätzlich wurden vorhandene Messdaten, Prüfprotokolle und technische Unterlagen ausgewertet.
Die Untersuchung zeigte, dass mehrere technische Einflussfaktoren zusammenwirkten und für den Schaden ursächlich gewesen sein konnten. Durch die systematische Analyse konnten die relevanten Ursachen eingegrenzt, technische Zusammenhänge nachvollziehbar dargestellt und die Grundlage für die weitere Bewertung des Schadensfalls geschaffen werden.
Bei Schäden an Druckluftanlagen ist die offensichtliche Schadensstelle häufig nur das sichtbare Ergebnis. Die eigentliche Ursache liegt oftmals deutlich tiefer im System. Genau deshalb ist eine unabhängige und strukturierte Ursachenanalyse entscheidend.
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