Referenzen

Fallbeispiele aus der Praxis

Zwei anonymisierte Beispiele, wie sachverständige Analyse aus Vermutungen belastbare Fakten macht.

Auftrag vom Gericht – Klärung des Sachverhaltes

Wiederkehrende Produktionsausfälle durch Wasser in der Druckluft

Problem

Ein Industriebetrieb hatte immer wieder mit Wasser in der Druckluft zu kämpfen. Die Folgen waren ungeplante Produktionsausfälle, Qualitätsprobleme und erheblicher Aufwand bei der Fehlersuche.

Besonders problematisch war, dass die Störungen nicht dauerhaft auftraten, sondern scheinbar zufällig. Teilweise lief die Anlage über Wochen problemlos, bevor erneut Wasser an einzelnen Verbrauchern festgestellt wurde.

Mehrere technische Maßnahmen hatten bereits stattgefunden. Trotzdem kehrten die Probleme immer wieder zurück. Die tatsächliche Ursache war unklar. Daraufhin wurde Roland Rau Air-Expert GmbH mit der unabhängigen Ursachenanalyse und technischen Bewertung der Druckluftversorgung beauftragt.

Gutachterliche Untersuchung

Zur Ursachenfeststellung wurde die gesamte Druckluftversorgung technisch untersucht und bewertet. Die Begutachtung umfasste unter anderem:

  • Sichtprüfung der Druckluftstation und Rohrleitungsführung
  • Bewertung der Aufbereitungskomponenten
  • Analyse der Betriebs- und Störhistorie
  • Prüfung der Trocknerfunktion und Betriebszustände
  • Bewertung der Druckluftqualität und Taupunktbedingungen
  • Untersuchung der Anfahr- und Lastwechselzustände
  • Analyse möglicher Kondensatanfallstellen im Rohrnetz
  • Bewertung der vorhandenen Kondensatableitung
  • Technische Plausibilitätsprüfung der aufgetretenen Schäden

Dabei zeigte sich, dass ein Kältetrockner während der Wintermonate über einen längeren Zeitraum außer Betrieb gewesen war. Da kalte Außenluft nur geringe Feuchtigkeitsmengen enthält, blieb der Ausfall zunächst unbemerkt. Unter bestimmten Betriebsbedingungen änderte sich die Situation jedoch deutlich.

Schwankende Ansaugbedingungen führten zu unterschiedlichen Feuchtigkeitsmengen in der Druckluft. Beim morgendlichen Befüllen eines drucklosen Rohrnetzes wurde der Trockner zeitweise überlastet. Gleichzeitig kam es durch die Nachverdichtung der Luft im Rohrnetz zu zusätzlichem Kondensatausfall. Das entstandene Wasser sammelte sich über längere Zeiträume an Tiefpunkten und ungünstigen Stellen innerhalb des Rohrleitungssystems.

Besonders tückisch: Das Wasser trat nicht unmittelbar an der Entstehungsstelle aus, sondern wurde durch Strömungsänderungen und Verwirbelungen zeitversetzt in Richtung der Verbraucher transportiert. Dadurch entstanden Störungen und Produktionsausfälle, obwohl der ursprüngliche Schaden bereits behoben war.

Ergebnis

Die gutachterliche Untersuchung zeigte, dass die wiederkehrenden Produktionsstörungen nicht auf einen aktuellen Defekt zurückzuführen waren. Vielmehr konnten die Probleme auf den früheren Betrieb der Anlage ohne funktionsfähige Drucklufttrocknung sowie auf betriebsbedingte Kondensatausfälle beim Anfahren der Anlage zurückgeführt werden.

Durch die sachverständige Analyse konnten die tatsächlichen Ursachen nachvollziehbar dokumentiert und von anderen möglichen Fehlerquellen abgegrenzt werden. Die Untersuchung lieferte damit die Grundlage für gezielte technische Maßnahmen und die nachhaltige Beseitigung der Störungen.

Nutzen für den Auftraggeber

  • Ursache der wiederkehrenden Produktionsausfälle eindeutig geklärt
  • Technische Zusammenhänge nachvollziehbar dokumentiert
  • Vermeidung weiterer Produktionsstörungen
  • Erhöhung der Betriebssicherheit
  • Grundlage für technische und wirtschaftliche Entscheidungen geschaffen

Fazit

Wasser in der Druckluft entsteht häufig nicht dort, wo es später sichtbar wird. Und die eigentliche Ursache liegt oft Wochen oder Monate zurück. Genau deshalb reicht es nicht aus, nur einzelne Komponenten zu betrachten. Erst die ganzheitliche Analyse von Kompressor, Druckluftaufbereitung, Rohrnetz und Betriebsweise ermöglicht eine belastbare Ursachenfeststellung.

„So werden aus Vermutungen belastbare Fakten.“
Beauftragung durch eine Versicherung – Ermittlung der Schadensursache

Rohrleitungsschaden in einer industriellen Druckluftversorgung

Problem

In einem Industriebetrieb kam es zum Versagen einer Hauptdruckluftleitung DN150. Die Leitung löste sich im laufenden Betrieb aus einer Verbindung. Die Folge waren erhebliche Sachschäden sowie ein ungeplanter Produktionsstillstand. Da die Ursachen nicht eindeutig geklärt werden konnten, wurde ein unabhängiger Sachverständiger mit der Untersuchung beauftragt.

Analyse

Im Rahmen der Begutachtung wurden unter anderem folgende Punkte untersucht:

  • Ausführung des Rohrleitungssystems
  • Verbindungs- und Befestigungstechnik
  • Wandstärken der eingesetzten Rohrleitungen
  • Betriebs- und Druckverhältnisse
  • Montageausführung
  • Einhaltung der Herstellervorgaben
  • Dokumentation und technische Nachweise

Zusätzlich wurden vorhandene Messdaten, Prüfprotokolle und technische Unterlagen ausgewertet.

Ergebnis

Die Untersuchung zeigte, dass mehrere technische Einflussfaktoren zusammenwirkten und für den Schaden ursächlich gewesen sein konnten. Durch die systematische Analyse konnten die relevanten Ursachen eingegrenzt, technische Zusammenhänge nachvollziehbar dargestellt und die Grundlage für die weitere Bewertung des Schadensfalls geschaffen werden.

Nutzen für den Auftraggeber

  • Technische Ursachen transparent dargestellt
  • Sachverhalt nachvollziehbar dokumentiert
  • Grundlage für weitere rechtliche und technische Entscheidungen geschaffen
  • Klärung offener Fragestellungen zwischen den Beteiligten unterstützt

Fazit

Bei Schäden an Druckluftanlagen ist die offensichtliche Schadensstelle häufig nur das sichtbare Ergebnis. Die eigentliche Ursache liegt oftmals deutlich tiefer im System. Genau deshalb ist eine unabhängige und strukturierte Ursachenanalyse entscheidend.

Ähnlicher Fall bei Ihnen?

Schildern Sie Roland Rau unverbindlich Ihre Situation.